Dieser Idiot. Vermiest der mir tatsächlich meinen Tag.

13. Juni 2024

“Dieser Idiot, wie rücksichtslos der schon wieder ist. Macht sich nie Gedanken über andere. Das ist sicher ein ganz unangenehmer Mensch. Der kann gar keine Freude im Leben haben, so wie der dreinschaut. Und mir vermiest er den Tag, danke!“

In unserem Kopf wissen wir ganz genau Bescheid. Wie jemand ist, warum derjenige so ist und wie es ihm so geht. Und wie es doch stattdessen sein sollte - nein, sein müsste!

Und das treibt unser Geschnatter im Kopf an.

„Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist“.

Dieses alte indigene Sprichwort greift einen der folgenreichsten “Blind-Spots” unseres Gehirns auf: unsere Annahmen.

Long Story short: Damit unser Gehirn die Eindrücke von außen rascher verarbeiten kann, filtert es die vorhandenen Informationen ziemlich stark und lässt nur einen Bruchteil durch.

Die daraus entstehenden Informationslücken ergänzt es dann einfach mit diversen Annahmen - zum Teil auch im Abgleich mit eigenen Erinnerungen, Stereotypen und Prognosen.

Und auf Grundlage dieses Mix aus selbstproduzierten Geschichten treffen wir dann Annahmen über unsere Welt, die Menschen und die Situationen.

Und oben drauf stülpt sich dann noch eine weitere Eigenheit: wir haben früher tendenziell öfter überlebt, wenn wir grundlegend das Worst-Case-Szenario als Richtschnur genommen haben (alle anderen Menschen mit der “Was-soll-schon-passieren”-Attitüde sind eher früh gestorben und konnten ihre Gene nicht weitergeben).

Und diese miesen Geschichten vermiesen uns unseren Alltag und unsere Freude am Leben.

Wenn wir schon Geschichten kreieren, wollen wir dann nicht lieber ein anderes Drehbuch schreiben?

Kümmern.Wir.Uns.Drum!

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